Aktuelle Presseberichte:  

 

Quelle: SZ, 06.09.2012

 

Lasterlärm nervt hier noch lange

10 000 Autos fahren täglich auf der Bundesstraße 51 durch Rilchingen-Hanweiler

 Nur wenige Meter trennen Wohnhäuser in Rilchingen-Hanweiler von der B 51, einer der meistbefahrenen saarländischen Straßen. Die Betroffenen klagen über Lärm und Raser. Geschwindigkeitskontrollen sollen bald die Lage entschärfen. 

Von SZ-Redakteur

Frank Kohler

 

Rilchingen-Hanweiler. Der Lärm des riesigen Lastwagens hängt noch lange zwischen den Häusern, bohrt sich durch Wände und Fenster in die Nerven. Kurz darauf brettert ein Pkw weit jenseits der 50er-Marke Richtung Grenze.

10 000 Autos, darunter Hunderte Lkws, passieren Rilchingen-Hanweiler täglich auf der Bundesstraße 51, einer saarländischen Hauptverkehrsader. Dort liegt sie nur ein paar Meter entfernt von Häusern, in denen Hunderte den Lärm, die Raser und die Unfälle leid sind.

Markus Hertel, einer der Betroffenen, und weitere Mitstreiter haben sich zur Interessengemeinschaft B 51 zusammengeschlossen. Ihr Ziel: „Wir wollen mehr Lebensqualität an der B 51. Der Verkehrslärm belastet uns seit Jahren enorm, und er wird immer schlimmer.“

Für Hertel ist das Hauptproblem die Raserei auf dem langen Asphaltband. „Tempo 50 wird innerorts deutlich überschritten.“ Vielen sei ja nicht einmal bewusst, dass sie dort streckenweise ein reines Wohngebiet durchfahren.

Der Lärm setze den Anwohnern ebenso zu wie die vielen Unfälle. Hertel: „Der 1,9 Kilometer lange Straßenabschnitt in Rilchingen-Hanweiler war bereits öfter unter den Top sechs der Unfallhäufungslinien im Saarland.“ Er glaubt, ein gutes Mittel gegen die Raser zu kennen: Tempoanzeiger, wie sie an vielen bundesdeutschen Hauptstraßen die Verkehrsteilnehmer informieren.

Hertel: „Der Probebetrieb eines mobilen Tempoanzeigers im Juli 2011 Höhe Rilchingen hat gezeigt, dass Tempo 50 eingehalten wird, wenn ein solcher Anzeiger vorhanden ist. Sobald der Anzeiger vor 7 Uhr morgens, nach 3 Uhr mittags und über das Wochenende nicht im Einsatz war, wurde wieder überwiegend gerast. Lärmpegel und Unfallrisiko nahmen erneut deutlich zu.“

Die Geschwindigkeitsanzeiger, die Hertel am Herzen liegen, hält der Kleinblittersdorfer Bürgermeister Stephan Strichertz durchaus für sinnvoll. Dennoch rät er vom Kauf der Geräte ab. Sie seien in anderen Kommunen zu oft Ziel von Vandalismus geworden.

Dabei ist ihm durchaus bewusst, was auf der B 51 abgeht. Trotz der Umgehung Welferding auf der französischen Saarseite sei die erhoffte Entlastung ausgeblieben. „Für Lastzüge Richtung Bitche ist eine Fahrt über Hanweiler 16 bis 17 Kilometer kürzer“, sagt Strichertz. Er will diese Abkürzung nicht hinnehmen. Schon 2005 starteten Orts- und Gemeinderat die Initiative, den Lkw-Transitverkehr durch Rilchingen-Hanweiler zu verbieten.

Doch ein Transitverbot kommt nach Strichertz' Worten noch lange nicht. Dem Verbot müssten die Franzosen zustimmen, und die weigerten sich. Denn das Transitverbot würde beim derzeitigen Saargemünder Straßennetz dazu führen, dass zusätzliche Lastwagen die heute schon mit etwa 14 000 Fahrzeugen belastete Route de Nancy nutzen. Dort wehrt sich, wie in Rilchingen-Hanweiler, eine Bürgerinitiative gegen Verkehrslärm. Aber wenigstens, so zitiert Strichertz Saargemünds Bürgermeister Celeste Lett, gebe der Kampf für ein Lkw-Verbot auf deutscher Seite dem Umgehungsprojekt in der Nachbarstadt neuen Schwung. Zur Frage, warum am Gesundheitspark Ampeln und Abbiegespuren statt ein Kreisel sind, sagt Strichertz, der Aufwand hätte bis hin zur Verlegung der B 51 gereicht. Dafür sei weder bei den komplizierten Grundstückskäufen noch bei der Finanzierung eine Lösung in Sicht gewesen.

 

Strichertz kündigte aber verschärfte Geschwindigkeitskontrollen an. Kleinblittersdorf könne dank einer Kooperation mit dem Saarpfalz-Kreis an einem Tag pro Woche im Gemeindegebiet überwachen lassen. Als Kontrollstelle spiele die B 51 eine große Rolle.


 

Quelle: SZ, 20.07.2012

Wir wollen Tempoanzeiger für Rilchingen- Hanweiler...

 


Quelle: SZ, 05.11.2010

  

Bürger stöhnen über Laster-Lärm

Anwohner in Rilchingen-Hanweiler leiden – Franzosen gegen Lkw-Verbot auf der B 51

Die Stadt Saargemünd will eine Umgehungsstraße bauen. Dann würden auch weniger Lkw durch Rilchingen-Hanweiler in Richtung Frankreich rollen. Der Kreisel in Kleinblittersdorf habe das Verkehrsproblem schon etwas entspannt, meint Bürgermeister Stephan Strichertz.

Von SZ-Mitarbeiter

Heiko Lehmann

Rilchingen-Hanweiler. Wohl kaum jemand in der Gemeinde Kleinblittersdorf bekommt den Verkehr so hautnah zu spüren wie die Anwohner der B 51 in Rilchingen-Hanweiler. Viele Autofahrer halten sich nicht an Tempolimits und rasen zu jeder Tages- und Nachtzeit über die B 51. Noch schlimmer sind die vielen Laster, die über die Straße nach Frankreich und ins Industriegebiet nach Rilchingen-Hanweiler fahren. Im Jahr 2001 wurden mehr als 10 000 Fahrzeuge gezählt, die täglich über die B 51 nach Rilchingen-Hanweiler fahren, 850 davon waren Lkw.

Wie Bürgermeister Stephan Strichertz gestern mitteilte, sind es mittlerweile deutlich weniger Fahrzeuge pro Tag. „Der Kreisel in Kleinblittersdorf hat die Situation entspannt. Es fahren weniger Lkw durch Hanweiler als noch vor Jahren. Die meisten müssen ins Industriegebiet nach Rilchingen-Hanweiler und können somit nur über die B 51 fahren“, sagt Strichertz, der genau wie Ortsvorsteher Reiner Braun das Leid der Anwohner versteht. Allerdings seien ihnen die Hände gebunden. „Im Gemeinderat von Kleinblittersdorf haben wir vor ein paar Jahren schon beschlossen, dass wir den Lkw-Verkehr reduzieren möchten. Ein Verbot für den Lkw-Verkehr auf dieser Straße dürfen wir laut Gesetz aber nicht erlassen“, erklärt Reiner Braun. Strichertz ergänzt: „Da es sich um eine Transitstrecke nach Frankreich handelt, müssten die Franzosen ihr Einverständnis geben, dass die Lkw nicht mehr durch Rilchingen-Hanweiler fahren dürfen. Frankreich hat aber nein gesagt“, sagt Strichertz.

Der Bürgermeister von Saargemünd, Céleste Lett, begründet das „Nein“. „Wenn die B 51 für Lkw gesperrt wird, fahren alle Laster, die ins französische Bitche wollen, über die Rue de Nancy in Saargemünd. Dort fahren mehr als 14 000 Fahrzeuge pro Tag und mehr als 1500 Lkw.“

Es gebe sogar eine Bürgerinitiative gegen den Verkehr. „Noch mehr kann ich als Bürgermeister den Anwohnern einfach nicht zumuten“, erklärt Lett, der aber auf ein Licht am Ende des Lkw-Lärm-Tunnels hinweist. „Saargemünd wird eine Umgehungsstraße bekommen“, berichtete Lett gestern der Saarbrücker Zeitung. „Im Frühjahr 2011 wird entschieden, welches Umgehungsmodell umgesetzt wird. Es stehen derzeit vier Modelle zur Auswahl. Spätestens im Jahr 2012 soll die Straße gebaut werden. Danach werden sich die Verkehrssituationen in Saargemünd und in der Gemeinde Kleinblittersdorf deutlich entspannen“, sagt der Bürgermeister von Saargemünd.

Bis dahin müssen sich aber vor allem die Anwohner der B 51 in Rilchingen-Hanweiler noch gedulden.

 Anmerkung: Auf welchen Zahlen, Daten, Fakten stützt Herr Strichertz seine Aussage, der Kreisel in Kleinblittersdorf hätte die Verkehrssituation entspannt? Man könnte meinen, es gäbe noch eine andere B51 in Rilchingen- Hanweiler. Wir, als Betroffene, können nur feststellen, dass Lärm, Raserei und insbesondere der LKW- Transitverkehr  in den letzten Jahren stark zugenommen haben. Oder gibt es eine aktuelle Verkehrszählung, die wir leider nicht kennen oder bisher nicht veröffentlicht wurde?


 

Erschienen:17.10.2002 / Saarbruecker_Zeitung / IGB_LOK / BLOK62_6
 
Ressort:Lokales
Textname:IGB_MAN.Edition_1.BLOK62_6.T.ART
Verfasser:Von FRANK KOHLER
 

Wehe dem Linksabbieger!

Die B51 ist auf den Kilometern zur Grenze ein lautes, gefährliches Stück Asphalt

Von FRANK KOHLER

 

Es gibt zwei Umgehungsstraßen, die Millionen kosteten. Doch die B51 ist gefährlich und laut. Und der Polizei sind gegen viele Raser die Hände gebunden. Anwohner fordern nun: Entschärft endlich die Straße.

Kleinblittersdorf. Raus will ich. Endlich hier raus. Mein Blutdruck steigt. Jetzt hupt der Hintermann, vom Warten zermürbt. Wie lange steh' ich hier bloß schon? Hier, in Rilchingen-Hanweiler, mündet die Landstraße 106 in die Bundesstraße 51. Keine Lücke ist im Strom der Autos auszumachen. Links abbiegen Richtung Grenze? Ich geb's auf. Ab nach rechts, Richtung Kleinblittersdorf. Das klappt gerade noch. Andere haben hier Pech, sagt die Polizeistatistik. Wo die B51 Rilchingen-Hanweiler durchquert, gab es zwischen 1999 und 2001 56 Unfälle.

15mal war Nichtbeachten von ,,Vorfahrt regelnden Verkehrszeichen beim Ausfahren aus untergeordneten Straßen“ die Ursache, wie Polizeisprecher Georg Himbert sagt. Schluss damit, fordert Günter Stein, Unternehmer und CDU-Politiker. Seine Firma liegt In der Lach. Wer von dort zurück auf die Bundesstraße oder geradeaus auf die L 106 will, braucht Nerven wie Drahtseile. Abbiegen? Stein: ,,Eine Katastrophe.“ Für Stein ist klar: Ein Kreisverkehr muss her. Er erfuhr, dass bald die Verkehrsunfall-Kommission des Landes kommt. Für ihn steht fest: ,,Der Kreisel rutscht in der Prioritätenliste nach oben.‘‘

Auf den 1,9 Kilometern gab es bei den Unfällen 14 Schwerverletzte, 32 Leichtverletzte. Und zwei Tote. Das Kreuz, an dem ich gerade Richtung Kleinblittersdorf vorbeifahre, weckt die Erinnerung an den 6. September 2000, als hier zwei Frauen starben. Die Polizeistatistik vergisst sie nicht. Sie nennt die Bundesstraße 51 auf diesen 1,9 Kilometern eine ,,Unfall-Häufungslinie‘‘ und führt diesen Abschnitt auf Platz sechs der Saarland-Statistik. Reiner Braun, SPD, der Ortsvorsteher von Rilchingen-Hanweiler, will schnell zumindest den grenzüberschreitenden Schwerlastverkehr aus dem Ort haben. ,,Die Zahl der Pkw auf der B51 sank nach dem Bau der Umgehung Welferding in Frankreich nur um 1000 auf 10000 pro Tag. Bei den Lastwagen ist der Rückgang noch geringfügiger. Da sind für den Bau der Umgehungsstraßen in Kleinblittersdorf und Welferding Millionen ausgegeben worden, aber der Effekt ist fast verpufft. Für Fußgänger ist es fast unmöglich, in Höhe des Einkaufsmarktes die Fahrbahn zu überqueren. Eine verbindliche Regel, die den Verkehr über 7,5 Tonnen ableitet, müsste doch möglich sein. Außerdem sind wir für eine zweite Ampel und einen Kreisel, der die Geschwindigkeit von beiden Seiten herausnimmt.“ Apropos Geschwindigkeit: Braun und der Ortsrat wollen mehr Kontrollen, bei denen die Polizei die Verkehrssünder anhält und – wegen des pädagogischen Effektes – gleich kassiert.

Das wird kaum gehen, sagt Georg Himbert. ,,39 Mal hat die Polizei in diesem Jahr bis September an der Unfallhäufungslinie zwischen Rilchingen-Hanweiler und Auersmacher die Geschwindigkeit gemessen.“ Meist aber nicht mit ,,Anhaltekontrollen“, bei denen vor Ort zu blechen ist. Denn an so einer Kontrollstelle müssten etliche Beamte im Einsatz sein, verdeutlicht Himbert. So viele Leute könne die Polizei nicht oft aufbieten. Dabei lassen die Ergebnisse aufhorchen. Der rücksichtsloseste Raser bretterte 2002 mit 127 Sachen durch die Kontrollstelle, wo 70 Kilometer pro Stunde zulässig waren. Bei 39 Geschwindigkeitskontrollen rauschten 10793 Fahrzeuge an den Messstellen vorbei. 160 bekamen Anzeigen, 647 kamen mit Verwarnungen davon, zwölf bekamen Fahrverbote.

Wie hoch der Anteil der Franzosen ist, weist die Statistik nicht aus. Dagegen steht eines fest, was die Bewohner von Rilchingen-Hanweiler mächtig ärgert.

Himbert: ,,Richtig ist, dass Franzosen davonkommen, wenn wir den Fahrer nicht direkt mit Anhalteposten stoppen.“ Das gelte bei Geschwindigkeitsverstößen sowohl im Verwarn- als auch im Bußgeldbereich. Denn, so erläutert Himbert: ,,Es finden in Frankreich keine Fahrerfeststellungen statt. Es fehlt das Rechtshilfeabkommen mit Frankreich.“ Und wegen des fehlenden Personals gibt's halt meist – für rasende Franzosen folgenlose – Messungen mit der Kamera.